Pearson-Korrelation#
Die Pearson-Korrelation (auch: Pearson-Produkt-Moment-Korrelation) misst die Stärke und Richtung des linearen Zusammenhangs zwischen zwei metrischen Variablen. Der Korrelationskoeffizient r nimmt Werte zwischen -1 und +1 an.
Wann verwenden?#
Verwende die Pearson-Korrelation, wenn du:
- Den linearen Zusammenhang zwischen zwei Variablen quantifizieren möchtest
- Beide Variablen metrisch (stetig) sind
- Die Daten annähernd normalverteilt sind
- Du an der Richtung und Stärke des Zusammenhangs interessiert bist
Voraussetzungen#
- Beide Variablen sind metrisch skaliert
- Normalverteilung beider Variablen (Shapiro-Wilk-Test)
- Linearer Zusammenhang zwischen den Variablen (Streudiagramm prüfen)
- Keine signifikanten Ausreißer
- Unabhängigkeit der Beobachtungspaare
Formel#
Der Pearson-Korrelationskoeffizient berechnet sich als:
Die Teststatistik zur Prüfung auf Signifikanz:
mit Freiheitsgraden.
Beispiel#
Praxisbeispiel: Lernzeit und Prüfungsergebnis
Eine Dozentin möchte untersuchen, ob ein Zusammenhang zwischen der Lernzeit (in Stunden) und dem Prüfungsergebnis (in Punkten) besteht. Sie erhebt die Daten von 50 Studierenden.
- Variable X: Lernzeit in Stunden pro Woche
- Variable Y: Prüfungsergebnis (0–100 Punkte)
Die Pearson-Korrelation ergibt r = 0.72, p < 0.001. Es besteht ein starker positiver linearer Zusammenhang: Je mehr Stunden gelernt wird, desto höher ist tendenziell das Prüfungsergebnis.
Effektstärke#
Der Korrelationskoeffizient r ist selbst bereits ein Maß der Effektstärke. Das Bestimmtheitsmaß r² gibt den Anteil erklärter Varianz an:
| Effektstärke | |r| | |---|---| | Klein | 0.10 | | Mittel | 0.30 | | Groß | 0.50 |
Wichtig: Korrelation bedeutet nicht Kausalität. Ein hoher Korrelationskoeffizient sagt nichts über die Ursache-Wirkungs-Beziehung aus.
Weiterführende Literatur
- Cohen, J. (1988). Statistical Power Analysis for the Behavioral Sciences (2. Aufl.). Lawrence Erlbaum Associates.
- Field, A. (2018). Discovering Statistics Using IBM SPSS Statistics (5. Aufl.). SAGE.