Spearman-Rangkorrelation#
Die Spearman-Rangkorrelation (auch: Spearmans Rho, ) ist ein nicht-parametrisches Maß für die Stärke und Richtung des monotonen Zusammenhangs zwischen zwei Variablen. Anstelle der Rohwerte werden die Ränge der Beobachtungen verwendet.
Wann verwenden?#
Verwende die Spearman-Korrelation, wenn du:
- Den monotonen Zusammenhang (nicht unbedingt linear) zwischen zwei Variablen messen möchtest
- Die Daten mindestens ordinal skaliert sind
- Die Voraussetzungen der Pearson-Korrelation nicht erfüllt sind (z. B. keine Normalverteilung)
- Ausreißer vorhanden sind, die das Ergebnis verzerren könnten
Voraussetzungen#
- Beide Variablen sind mindestens ordinal skaliert
- Monotoner Zusammenhang zwischen den Variablen (muss nicht linear sein)
- Unabhängigkeit der Beobachtungspaare
- Keine identischen Ränge (Bindungen) – bei Bindungen wird eine Korrektur angewendet
Formel#
Die Spearman-Rangkorrelation berechnet sich über die Rangdifferenzen:
wobei die Differenz der Ränge für jedes Beobachtungspaar ist.
Alternativ kann Spearmans als Pearson-Korrelation der Ränge berechnet werden:
Beispiel#
Praxisbeispiel: Kundenzufriedenheit und Wiederbesuchsabsicht
Ein Marktforscher untersucht den Zusammenhang zwischen Kundenzufriedenheit (Likert-Skala: 1–5) und Wiederbesuchsabsicht (Likert-Skala: 1–5) in einem Restaurant. Beide Variablen sind ordinal skaliert.
- Variable X: Kundenzufriedenheit (1 = sehr unzufrieden, 5 = sehr zufrieden)
- Variable Y: Wiederbesuchsabsicht (1 = sehr unwahrscheinlich, 5 = sehr wahrscheinlich)
Die Spearman-Korrelation ergibt = 0.65, p < 0.001. Es besteht ein mittlerer bis starker positiver monotoner Zusammenhang: Zufriedenere Kunden zeigen eine höhere Wiederbesuchsabsicht.
Effektstärke#
Der Spearman-Koeffizient ist selbst ein Maß der Effektstärke und wird analog zum Pearson-Koeffizienten interpretiert:
| Effektstärke | || | |---|---| | Klein | 0.10 | | Mittel | 0.30 | | Groß | 0.50 |
Vorteil gegenüber Pearson: Die Spearman-Korrelation ist robuster gegenüber Ausreißern und erfordert keinen linearen Zusammenhang – ein monotoner Zusammenhang genügt.
Weiterführende Literatur
- Spearman, C. (1904). The proof and measurement of association between two things. The American Journal of Psychology, 15(1), 72–101.
- Field, A. (2018). Discovering Statistics Using IBM SPSS Statistics (5. Aufl.). SAGE.