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Spearman-Rangkorrelation

Misst die Stärke und Richtung des monotonen Zusammenhangs zwischen zwei mindestens ordinal skalierten Variablen

Spearman-Rangkorrelation#

Die Spearman-Rangkorrelation (auch: Spearmans Rho, rsr_s) ist ein nicht-parametrisches Maß für die Stärke und Richtung des monotonen Zusammenhangs zwischen zwei Variablen. Anstelle der Rohwerte werden die Ränge der Beobachtungen verwendet.

Wann verwenden?#

Verwende die Spearman-Korrelation, wenn du:

  • Den monotonen Zusammenhang (nicht unbedingt linear) zwischen zwei Variablen messen möchtest
  • Die Daten mindestens ordinal skaliert sind
  • Die Voraussetzungen der Pearson-Korrelation nicht erfüllt sind (z. B. keine Normalverteilung)
  • Ausreißer vorhanden sind, die das Ergebnis verzerren könnten

Voraussetzungen#

  • Beide Variablen sind mindestens ordinal skaliert
  • Monotoner Zusammenhang zwischen den Variablen (muss nicht linear sein)
  • Unabhängigkeit der Beobachtungspaare
  • Keine identischen Ränge (Bindungen) – bei Bindungen wird eine Korrektur angewendet

Formel#

Die Spearman-Rangkorrelation berechnet sich über die Rangdifferenzen:

rs=16i=1ndi2n(n21)r_s = 1 - \frac{6 \sum_{i=1}^{n} d_i^2}{n(n^2 - 1)}

wobei di=Rang(xi)Rang(yi)d_i = \text{Rang}(x_i) - \text{Rang}(y_i) die Differenz der Ränge für jedes Beobachtungspaar ist.

Alternativ kann Spearmans rsr_s als Pearson-Korrelation der Ränge berechnet werden:

rs=rPearson(Rang(X),Rang(Y))r_s = r_{\text{Pearson}}(\text{Rang}(X), \text{Rang}(Y))

Beispiel#

Praxisbeispiel: Kundenzufriedenheit und Wiederbesuchsabsicht

Ein Marktforscher untersucht den Zusammenhang zwischen Kundenzufriedenheit (Likert-Skala: 1–5) und Wiederbesuchsabsicht (Likert-Skala: 1–5) in einem Restaurant. Beide Variablen sind ordinal skaliert.

  • Variable X: Kundenzufriedenheit (1 = sehr unzufrieden, 5 = sehr zufrieden)
  • Variable Y: Wiederbesuchsabsicht (1 = sehr unwahrscheinlich, 5 = sehr wahrscheinlich)

Die Spearman-Korrelation ergibt rsr_s = 0.65, p < 0.001. Es besteht ein mittlerer bis starker positiver monotoner Zusammenhang: Zufriedenere Kunden zeigen eine höhere Wiederbesuchsabsicht.

Effektstärke#

Der Spearman-Koeffizient rsr_s ist selbst ein Maß der Effektstärke und wird analog zum Pearson-Koeffizienten interpretiert:

| Effektstärke | |rsr_s| | |---|---| | Klein | 0.10 | | Mittel | 0.30 | | Groß | 0.50 |

Vorteil gegenüber Pearson: Die Spearman-Korrelation ist robuster gegenüber Ausreißern und erfordert keinen linearen Zusammenhang – ein monotoner Zusammenhang genügt.

Weiterführende Literatur

  • Spearman, C. (1904). The proof and measurement of association between two things. The American Journal of Psychology, 15(1), 72–101.
  • Field, A. (2018). Discovering Statistics Using IBM SPSS Statistics (5. Aufl.). SAGE.