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Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Test

Nichtparametrischer Test für gepaarte Stichproben auf Ordinalniveau

Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Test#

Der Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Test ist die nichtparametrische Alternative zum gepaarten t-Test. Er prüft, ob sich zwei verbundene Stichproben signifikant unterscheiden, ohne eine Normalverteilung der Differenzen vorauszusetzen.

Wann verwenden?#

Verwende den Wilcoxon-Test, wenn du:

  • Zwei gepaarte Messungen vergleichen möchtest (z. B. vorher/nachher)
  • Die Daten mindestens ordinalskaliert sind
  • Die Differenzen nicht normalverteilt sind oder die Stichprobe klein ist
  • Eine nichtparametrische Alternative zum gepaarten t-Test benötigst

Voraussetzungen#

  • Gepaarte (verbundene) Beobachtungen
  • Mindestens ordinales Skalenniveau
  • Symmetrische Verteilung der Differenzen um den Median
  • Unabhängigkeit der Paare voneinander

Formel#

Für jedes Paar wird die Differenz di=Xi,1Xi,2d_i = X_{i,1} - X_{i,2} berechnet. Die Differenzen werden nach ihrem Absolutbetrag rangiert. Die Teststatistik ist:

W=i=1nsgn(di)RiW = \sum_{i=1}^{n} \text{sgn}(d_i) \cdot R_i

wobei RiR_i der Rang des Absolutbetrags der Differenz di|d_i| ist und sgn(di)\text{sgn}(d_i) das Vorzeichen der Differenz.

Alternativ kann WW als die kleinere der beiden Rangsummen berechnet werden:

W=min(W+,W)W = \min(W^+, W^-)

wobei W+W^+ die Summe der positiven Ränge und WW^- die Summe der negativen Ränge ist.

Beispiel#

Praxisbeispiel: Schmerztherapie

Ein Therapeut möchte die Wirksamkeit einer neuen Schmerztherapie untersuchen. 15 Patienten bewerten ihre Schmerzintensität auf einer Skala von 0–10 vor und nach der Therapie.

  • Messung 1: Schmerzwert vor der Therapie
  • Messung 2: Schmerzwert nach der Therapie

Da die Schmerzskala ordinal ist und die Stichprobe klein ist, wird der Wilcoxon-Test anstelle des gepaarten t-Tests verwendet, um zu prüfen, ob die Therapie die Schmerzen signifikant reduziert.

Effektstärke#

Die Effektstärke rr wird aus der standardisierten Teststatistik berechnet:

r=Znr = \frac{Z}{\sqrt{n}}

wobei ZZ der z-approximierte Wert der Teststatistik und nn die Anzahl der Paare ist.

Effektstärker
Klein0.1
Mittel0.3
Groß0.5

Weiterführende Literatur

  • Wilcoxon, F. (1945). Individual comparisons by ranking methods. Biometrics Bulletin, 1(6), 80–83.
  • Field, A. (2018). Discovering Statistics Using IBM SPSS Statistics (5. Aufl.). SAGE.