Gepaarter t-Test#
Der gepaarte t-Test (auch: t-Test für verbundene Stichproben oder abhängige Stichproben) prüft, ob sich die Mittelwerte zweier verbundener Messungen statistisch signifikant unterscheiden. Typische Anwendungsfälle sind Vorher-Nachher-Messungen an denselben Personen.
Wann verwenden?#
Verwende den gepaarten t-Test, wenn du:
- Zwei verbundene Messungen vergleichen möchtest (z. B. Vorher vs. Nachher)
- Die abhängige Variable metrisch (stetig) ist
- Die Differenzen zwischen den gepaarten Werten annähernd normalverteilt sind
- Jede Beobachtung in der einen Gruppe genau einer Beobachtung in der anderen Gruppe zugeordnet werden kann
Voraussetzungen#
- Gepaarte Beobachtungen (jede Messung hat ein zugehöriges Paar)
- Metrisches Skalenniveau der abhängigen Variable
- Normalverteilung der Differenzen (Shapiro-Wilk-Test auf die Differenzen anwenden)
- Unabhängigkeit der Paare (die Paare selbst sind unabhängig voneinander)
Hinweis: Die Normalverteilungsannahme bezieht sich auf die Differenzen der gepaarten Werte, nicht auf die Rohwerte selbst. Bei Verletzung dieser Annahme ist der Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Test die geeignete Alternative.
Formel#
Die Teststatistik basiert auf den Differenzen :
wobei:
- der Mittelwert der Differenzen ist
- die Standardabweichung der Differenzen ist
- die Anzahl der Paare ist
Der Mittelwert und die Standardabweichung der Differenzen berechnen sich als:
Die Teststatistik folgt einer t-Verteilung mit Freiheitsgraden.
Beispiel#
Praxisbeispiel: Trainingseffekt auf die Ausdauer
Ein Sportmediziner möchte untersuchen, ob ein 8-wöchiges Ausdauertraining die maximale Sauerstoffaufnahme (VO₂max) verbessert. Er misst bei 25 Teilnehmern die VO₂max vor und nach dem Training.
- Messung 1 (Vorher): VOâ‚‚max vor dem Trainingsprogramm
- Messung 2 (Nachher): VOâ‚‚max nach 8 Wochen Training
Da jede Person zweimal gemessen wird, liegen gepaarte Daten vor. Der gepaarte t-Test prüft, ob die mittlere Differenz der VO₂max-Werte signifikant von Null verschieden ist.
Effektstärke#
Cohens als Maß der Effektstärke für gepaarte Designs:
| Effektstärke | Cohens d_z |
|---|---|
| Klein | 0.2 |
| Mittel | 0.5 |
| Groß | 0.8 |
Tipp: Cohens bezieht sich auf die standardisierte mittlere Differenz. Alternativ kann auch Cohens berechnet werden, das die durchschnittliche Standardabweichung der beiden Messzeitpunkte verwendet.
Weiterführende Literatur
- Student (1908). The probable error of a mean. Biometrika, 6(1), 1–25.
- Field, A. (2018). Discovering Statistics Using IBM SPSS Statistics (5. Aufl.). SAGE.