Friedman-Test#
Der Friedman-Test ist die nichtparametrische Alternative zur Varianzanalyse mit Messwiederholung (Repeated Measures ANOVA). Er prüft, ob sich die Verteilungen von drei oder mehr verbundenen Stichproben signifikant unterscheiden.
Wann verwenden?#
Verwende den Friedman-Test, wenn du:
- Drei oder mehr verbundene Messungen vergleichen möchtest (z. B. mehrere Zeitpunkte)
- Die abhängige Variable mindestens ordinalskaliert ist
- Die Voraussetzungen der Repeated Measures ANOVA (Normalverteilung, Sphärizität) nicht erfüllt sind
- Die Stichprobe klein ist
Voraussetzungen#
- Messwiederholung (verbundene Stichproben)
- Mindestens ordinales Skalenniveau der abhängigen Variable
- Zufällige Stichprobenziehung
- Die Blöcke (Personen) sind unabhängig voneinander
Formel#
Innerhalb jedes Blocks (Person) werden die Messwerte rangiert. Die Teststatistik berechnet sich als:
wobei die Anzahl der Blöcke (Personen), die Anzahl der Bedingungen und die Rangsumme der Bedingung ist.
Beispiel#
Praxisbeispiel: Weinverkostung
Ein Sommelier lässt 12 Testpersonen drei verschiedene Weine auf einer Skala von 1–10 bewerten:
- Wein A: Rotwein aus Frankreich
- Wein B: Rotwein aus Italien
- Wein C: Rotwein aus Spanien
Jede Person bewertet alle drei Weine (Messwiederholung). Da die Bewertungsskala ordinal ist und die Normalverteilungsannahme fragwürdig ist, wird der Friedman-Test verwendet. Bei signifikantem Ergebnis folgen Post-hoc-Tests (z. B. Wilcoxon-Tests mit Bonferroni-Korrektur).
Effektstärke#
Kendalls Konkordanzkoeffizient als Effektstärke:
| Effektstärke | Kendalls W |
|---|---|
| Klein | 0.1 |
| Mittel | 0.3 |
| Groß | 0.5 |
Weiterführende Literatur
- Friedman, M. (1937). The use of ranks to avoid the assumption of normality implicit in the analysis of variance. Journal of the American Statistical Association, 32(200), 675–701.
- Field, A. (2018). Discovering Statistics Using IBM SPSS Statistics (5. Aufl.). SAGE.