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Ein-Stichproben-t-Test

Vergleich eines Stichprobenmittelwerts mit einem bekannten Referenzwert

Ein-Stichproben-t-Test#

Der Ein-Stichproben-t-Test (auch: Einstichproben-t-Test) prüft, ob der Mittelwert einer Stichprobe signifikant von einem bekannten oder hypothetischen Referenzwert μ0\mu_0 abweicht.

Wann verwenden?#

Verwende den Ein-Stichproben-t-Test, wenn du:

  • Den Mittelwert einer einzelnen Stichprobe mit einem bekannten Referenzwert vergleichen möchtest
  • Die abhängige Variable metrisch (stetig) ist
  • Die Daten annähernd normalverteilt sind

Typische Fragestellungen:

  • Weicht der mittlere IQ einer Klasse signifikant von 100 ab?
  • Ist die durchschnittliche Produktionszeit verschieden vom Sollwert?

Voraussetzungen#

  • Unabhängigkeit der Beobachtungen
  • Metrisches Skalenniveau der abhängigen Variable
  • Normalverteilung der Daten (Shapiro-Wilk-Test)
  • Der Referenzwert μ₀ ist bekannt oder theoretisch begründet

Hinweis: Bei Verletzung der Normalverteilungsannahme (z. B. bei kleiner Stichprobe und schiefer Verteilung) ist der Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Test als Ein-Stichproben-Version (Vergleich des Medians mit einem Referenzwert) die geeignete Alternative.

Formel#

Die Teststatistik berechnet sich als:

t=Xˉ−μ0s/nt = \frac{\bar{X} - \mu_0}{s / \sqrt{n}}

wobei:

  • Xˉ\bar{X} der Stichprobenmittelwert ist
  • μ0\mu_0 der hypothetische Referenzwert (Populationsmittelwert unter H0H_0) ist
  • ss die Stichprobenstandardabweichung ist
  • nn der Stichprobenumfang ist

Die Teststatistik folgt einer t-Verteilung mit df=n−1df = n - 1 Freiheitsgraden.

Beispiel#

Praxisbeispiel: Füllmenge von Getränkeflaschen

Ein Qualitätsmanager möchte prüfen, ob die mittlere Füllmenge einer Abfüllanlage dem Sollwert von 500 ml entspricht. Er entnimmt eine Zufallsstichprobe von 30 Flaschen und misst deren Füllmenge.

  • Stichprobe: n = 30 Flaschen
  • Referenzwert μ0\mu_0: 500 ml (Sollwert)
  • Fragestellung: Weicht die mittlere Füllmenge signifikant von 500 ml ab?

Der Ein-Stichproben-t-Test prüft die Nullhypothese H0:μ=500H_0: \mu = 500 gegen die Alternativhypothese H1:μ≠500H_1: \mu \neq 500 (zweiseitig).

Effektstärke#

Cohens d als Maß der Effektstärke:

d=Xˉ−μ0sd = \frac{\bar{X} - \mu_0}{s}
EffektstärkeCohens d
Klein0.2
Mittel0.5
Groß0.8

Tipp: Die Effektstärke gibt an, wie stark der Stichprobenmittelwert in Einheiten der Standardabweichung vom Referenzwert abweicht. Sie ist unabhängig von der Stichprobengröße und erleichtert die Vergleichbarkeit zwischen Studien.

Weiterführende Literatur

  • Student (1908). The probable error of a mean. Biometrika, 6(1), 1–25.
  • Field, A. (2018). Discovering Statistics Using IBM SPSS Statistics (5. Aufl.). SAGE.