Kruskal-Wallis-Test#
Der Kruskal-Wallis-Test (auch: H-Test) ist die nichtparametrische Alternative zur einfaktoriellen Varianzanalyse (ANOVA). Er prüft, ob sich die zentrale Tendenz von drei oder mehr unabhängigen Gruppen signifikant unterscheidet.
Wann verwenden?#
Verwende den Kruskal-Wallis-Test, wenn du:
- Drei oder mehr unabhängige Gruppen vergleichen möchtest
- Die abhängige Variable mindestens ordinalskaliert ist
- Die Voraussetzungen der ANOVA (Normalverteilung, Varianzhomogenität) nicht erfüllt sind
- Die Stichproben klein sind
Voraussetzungen#
- Unabhängigkeit der Beobachtungen
- Mindestens ordinales Skalenniveau der abhängigen Variable
- Ähnliche Verteilungsform in allen Gruppen (für Interpretation als Medianvergleich)
- Zufällige Stichprobenziehung
Formel#
Alle Beobachtungen werden gemeinsam rangiert. Die Teststatistik berechnet sich als:
wobei die Gesamtanzahl der Beobachtungen, die Anzahl der Gruppen, die Anzahl der Beobachtungen in Gruppe und die Rangsumme der Gruppe ist.
Bei Bindungen wird eine Korrektur angewendet:
Beispiel#
Praxisbeispiel: Kundenzufriedenheit
Ein Unternehmen möchte die Kundenzufriedenheit (Skala 1–5) in drei verschiedenen Filialen vergleichen:
- Filiale A (n=25): Innenstadt
- Filiale B (n=30): Einkaufszentrum
- Filiale C (n=22): Vorstadt
Da die Zufriedenheitsskala ordinal ist und die Normalverteilungsannahme nicht haltbar ist, wird der Kruskal-Wallis-Test verwendet. Bei einem signifikanten Ergebnis folgen paarweise Vergleiche (z. B. Dunn-Test).
Effektstärke#
Eta-Quadrat () basierend auf der H-Statistik:
| Effektstärke | |
|---|---|
| Klein | 0.01 |
| Mittel | 0.06 |
| Groß | 0.14 |
Weiterführende Literatur
- Kruskal, W. H. & Wallis, W. A. (1952). Use of ranks in one-criterion variance analysis. Journal of the American Statistical Association, 47(260), 583–621.
- Field, A. (2018). Discovering Statistics Using IBM SPSS Statistics (5. Aufl.). SAGE.